Die Ballonfahrt

Nach dem Abheben muss gerade bei stärkerem bodennahem Wind auf Hindernisse in Driftrichtung geachtet werden. Sollten Hindernisse in Fahrtrichtung stehen, muss der Ballon durch starkes Heizen in ein schnelles Steigen gebracht werden um die Hindernisse sicher zu überfahren. Ist der Bodenwind schwach oder sind keine Hindernisse in der näheren Umgebung, kann langsam gestiegen werden.

 

Exkurs - Tragkraft, Steigen, Ausgleich und Sinken:

In der Standardatmosphäre wiegt 1 m³ kalte Luft (15°C) 1,3kg und 1m³ heiße Luft (100°C) 1kg. Das heißt 1 m³ heiße Luft  erzeugt einen Auftrieb von 300gr. Ein 9000m³ großer Ballon kann deshalb

9000m³ x 300gr = 2700kg tragen.

Liegt das Gesamtgewicht dieses 9000er Ballons z.B. bei 2000kg, wird der Ausgleich (Höhe halten) bei ca. 85°C erreicht sein. Soll der Ballon jetzt steigen, muss die Temperatur in der Ballonhülle erhöht werden. Wegen der großen Hüllenoberfläche von ungefähr 2500m² kühlt der Heißluftballon permanent ab. Deshalb muss auch im Ausgleich immer wieder geheizt werden. Möchte man mit dem Ballon sinken, lässt man die Luft in der Hülle um ein paar Grad abkühlen bis der Ballon zu sinken beginnt. Um dann die Sinkrate konstant zu halten muss aber trotzdem geheizt werden, ansonsten würde sich die Sinkrate weiter erhöhen.

 

Nach dem Start steigen wir in der Regel auf eine Höhe von 2000m bis 2500m, um einen guten Blick in die Alpen zu haben und die Fernsicht genießen zu können. Während des Steigens wird das GPS beobachtet um sich die Windrichtung und Stärke in den verschiedenen Höhen zu ›erfahren‹. Mit diesem Windprofil hat man dann eine gute Vorstellung über den möglichen Streckenverlauf dieser Ballonfahrt. Während des zweiten Teils der Ballonfahrt fahren wir in der Regel tief um die Details der unter uns durchziehenden Landschaft beobachten zu können. Die Höhenwahl bei einer Ballonfahrt wird aber auch vom Wetter wie z.B. Inversionslagen bestimmt. So steigt man während einer sommerlichen Hochdrucklage gerne über die Inversion (Dunst) um bessere Sichten zu haben. Oder man fährt bei Ostwindlagen gerne tief um den starken Ostwind für größere Strecken zu nutzen.

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